Güterwagen SGA K 104

Baujahr: 1889, erstellt als dreiachsiger gedeckter Güterwagen (K3) durch die Werkstätte Chur der Vereinigten Schweizer Bahnen (VSB) für die damalige Appenzeller Strassenbahn (A.St.), die spätere SGA.

Als das Untergestell von der dreiachsigen Klose-Konstruktion auf zwei Achsen umgebaut wurde, erhielt der K 104 "Liechti-Schwenkachsen", die er auch heute noch hat. Es handelt sich dabei um ein einachsiges Drehgestell, das also erlaubt, sich den engen 30-Meter-Radien der SGA-Kurven anzupassen. Der K 104 ist das einzige noch vorhandene Fahrzeug mit dieser Konstruktion.

Liechti-Achse

Der ROTE Pfeil zeigt auf die Position des Drehzapfens, die GRÜNEN Pfeile auf die Position der Rollen, auf welchen die Achse schwenkt.

Zur Zeit der früher häufigen Sömmerungsvieh-Transporte aus dem Appenzeller Mittelland nach Graubünden oft im Einsatz über den Stoss. Die Bremse musste dabei mittels eines Hebels von SGA auf AG um- und schärfer gestellt werden. Zwecks Schonung des Gleises erhielt er in der Zeit nach der Elektrifikation der SGA zwei einachsige Lenkachsen nach dem System Liechty anstelle der ursprünglichen drei Achsen. Dieser Wagen wurde zusammen mit einem weiteren Güterwagen als Prototyp auf das System „Liechty“ umgebaut. Weitere Umbauten dieser Art unterblieben, wahrscheinlich aus Kostengründen. Alle weiteren Wagen wurden mit zwei starren Achsen ausgeführt.

Auf der der Bremsplattform gegenüberliegenden Stirnwand sind im Dachbereich noch Überreste eines früher ins Dachblech eingebauten Bremser-Hochsitzes auszumachen. (Für die Fahrt über den Stoss wurden seinerzeit die Güterwagen bergseits angekuppelt, wobei auf der Bergfahrt offenbar ein Bremser/Beobachter im Hochsitz Platz nehmen konnte.)
Der Wagen wurde lange Jahre für den Stückguttransport zwischen Altstätten SBB und Altstätten Stadt eingesetzt. Der Umbau auf das System „Liechty“ brachte mit sich, dass der Wagenboden ca. 30cm höher zu liegen kam. Damit passte der K104 genau an die Rampe des SBB-Güterschuppens in Altstätten.

Die Eingangstüre von der Bremsplattform her wurde durch den Verein AG 2 aus Gründen der Benutzerfreundlichkeit eingebaut und gehörte nicht zur Originalausrüstung.

Der Wagen wurde dem Verein AG 2 von den AB zur Restaurierung übergeben, damit einerseits eine stilreine AG-Komposition gebildet werden kann und anderseits der Verein über einen eigenen mobilen Werkstattwagen verfügt.

Bestand der Güterwagen der A.St. / SGA im Verlaufe der Zeit

Bestand der Güterwagen der A.St. / SGA im Verlaufe der Zeit

 

1889

1912

1930

1950

1970

1990

2005

gedeckte Wagen
(Vieh, Milch Stückgut)

8

10

11

14

18

16

8

offene Wagen hochwandig
(Kohle, Papierholz, Stroh)

11

17

11

14

15

8

3

Niederbord- und Drehschemelwagen
(Baumaterial, Langholz, Stückgut in Kisten)

-

-

6

6

8

6

3

Schotterwagen
(Schotter, Kies und Baumaterial für Bahndienst)

-

-

-

-

-

2

2

Total

19

27

28

34*

41

32

16**

*   inkl. Wagen der ehemaligen Alstätten - Gais-Bahn
**  Güterverkehr eingestellt; Wagen als Dienstwagen verwendet oder abgestellt

 

Transportgüter

Transportiert wurde von den appenzellischen Bahnen vor allem: - Kohle für die Industrie und den örtlichen Handel - Rohmaterial für die Industrie - Industrieprodukte - Milch - Schlacht-, Export- und Sömmerungsvieh - Lang- und Papierholz - Stroh - Stückgut für Industrie, Gewerbe, Handel und Landwirtschaft Wagenbestand.