Sommerwagen Ck 39 der Appenzellerbahn

Besonderes:

Der CK 39 ist der älteste heute noch betriebsfähige Pesonenwagen auf dem gesamten Verkehrsnetz der Appenzller Bahnen. Zudem befindet er sich fast vollständig im Originalzustand, sogar mit dem ursprünglichen Wagenkasten.

Beschaffung

1899 beschaffte die AB – wie auch andere Bahnen -- für den aufkommenden Touristenverkehr 3 Wagen, die im Sommer als offene Personenwagen, im Winter als gedeckte Güterwagen eingesetzt werden konnten.

Oben auf einem Werkfoto.

Lebenslauf

1899
wurde der heutige CK 39 als offener Sommerwagen CK4 24  zusammen zwei weiteren identischen Wagen untern den Nummern CK4 22 und 23 von SIG Neuhausen geliefert. Das Untergestell entsprach jenem der drei bereits 1897 gelieferten Wagen FZ4 201 bis 203.

Bei den Wagen wurden für den Winterbetrieb in den Fensterlöchern Bretter eingesetz, so dass ein mehr oder weniger dichter Güterwagen entstand. Die Bänke wurden entfernt. Im mittleren Fenster konnte eine Türe eingebaut werden.

Die Einrichtung als Güterwagen ist auf dem Werkfoto durch das Trittbrett und - mit etwas Phantasie - durch die seitlichen Befestigungen zu erkennen.

Spuren dieser Mitteltüre sind im übrigen bis heute erhalten geblieben.

1937
wurde das "K" in der Bezeichnung entfernt und der Wagen lief unter C4 24, also ohne den Hinweis auf die Verwendung als Kastenwagen.

1943
erfolgte umgekehrt der definitive Umbau in einen gedeckten Güterwagen für Stückgüter unter der Bezeichnung J 104. Dabei blieben die originalen Säulen mit geschwungenen Eckverstärkungen beim beim CK4 24 / J 104 glücklicherweise erhalten. Bei den Wagen CK4 22 und CK4 23 erfolgte der Umbau 1949, dann aber mit neuen einfachen Güterwagen-Eckverstärkungen, wie sie beim J 104 nur bei der Mitteltüre verwendet wurden.

Das Rechts stehende und das nachfolgende Bild zeigen den Zustand als Güterwagen. Dabei wurde erkennbar die ursprüngliche Mitteltüre des Winterbetriebes weiter verwendet, während die Fensterlöcher mit deutlich einfacherem Täfer geschlossen wurden. Ob es sich dabei sogar um die definitiv eingebauten ursprünglichen Abdeckungen handelte, ist unklar.

In dieser Konfiguration tat der Wagen dienst, bis ihm gelegentlich der Abbruch oder Verkauf drohte wie das obige Bild mit dem aufgebockten Wagenkasten zeigt.

1975
zur 100-Jahr Feier der Appenzeller Bahn konnte der damalige technische Leiteer der Bahn glücklicherweise den wagen wieder mit den noch vorhandenen Drehgestellen versehen und in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dabei bleiben fast alle ursprünglichen Teile, auch die alte Täferung, erhalten, wie das nächsste Bild zeigt.

In dieser Form wurde der Wagen seither als Nostalgiewagen, vornehmlich zusammen mit dem Dieselelektrischen Triebwagen BCFm 2/4 Nr. 56 verwendet. Seit einiger Zeit darf er allerdings nicht mehr für Personentransporte eingesetzt werden. Die Drehgestelle weisen zum Teil noch (ursprüngliche) Räder mit scharuben-gesicherten Bandagen auf. Das widerspricht den heutigen Vorschriften.


2016/17
erhält der Wagen nun andere Drehgestelle mit vorschriftskonformen, aber ebenfalls originalen Rädern.

Die Drehgestelle stammen vom 1897 ursprünglich als Packwagen gebauten FZ4 202. Dieser Wagen erfuhr ebenfalls eine beachtliche Zahl von Umbauten und Umnummerierungen bis er als als Rkm 701 endete. Erhalten geblieben sind zum Glück und dank historisch interessierten Mitarbeitern der Appenzeller Bahnen die Drehgestelle.

Im Bild der mit dem FZ4 202 identische FZ4 203.


Im Winter 2026/17 wurden die Drehgestelle dieses Wagens durch AG 2 und die Achsen und Achslager durch die Werkstätten der RhB revidiert und in Stand gestellt. So kann der Wagen ab Sommer 2017 wieder fahren.